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Diesmal sind es Fremde, die Monemvasia wieder aufbauen, Ausländer oder Griechen aus dem fernen Athen. Sie werden von der Schönheit und der Romantik der ehemals so bedeutenden Stadt angezogen. Aber diese Anziehungskraft ist nicht neu für Monemvasia...
Die Informationen dieser Seite stammen aus dem Buch
"Monemvasia - Geschichte und Stadtbeschreibung",
geschrieben von Rainer W. Klaus und Ulrich Steinmüller.
Besiedelung des Felsens in byzantinischer Zeit (6. Jh. - 1248)
Die erste Ansiedlung auf dem 300 Meter hohen und 1,8 km langen Felsen von Monemvasia vor der Küste des Peleponnes war 583 auf der Hochebene errichtet worden, auf der sich die Bewohner der umliegenden Siedlungen des Festlandes vor den Slawen und Awaren zurückgezogen hatten. Den Namen verdankt der Felsen seiner natürlichen Beschaffenheit: monem embasia = einziger Zugang
Im Jahre 747 wurde die Pest nach Monemvasia eingeschleppt. Während diese Seuche verheerende Auswirkungen auf dem Festland hatte und weite Landstriche nahezu entvölkert wurden, erholte sich Monemvasia in recht kurzer Zeit von diesem Schlag und gewann mehr und mehr an Bedeutung.
In der Folgezeit mußte sich Monemvasia vor arabischen Piraten schützen, die durch den Wohlstand seiner Bewohner angelockt wurden. Trotz heftiger Angriffe konnten die Einwohner durch starke Gegenwehr und angesichts der uneinnehmbaren Mauern die Angriffe abwehren. Auch die sizilianischen Normannen, die mit ihren Schiffen 1147 vor Monemvasia auftauchten wurden in die Flucht geschlagen.
Die Eroberung des Peloponnes durch die Kreuzritter (1248 - 1263)
Mit der Eroberung des byzantinischen Reiches Anfang des 13. Jh. durch die Kreuzritter fiel auch fast ganz Griechenland in den Besitz der Franken. Monemvasia war einer der wenigen Orte die aufgrund ihrer Uneinnehmbarkeit noch unter griechischer Herrschaft standen und verweigerte die übergabe der Stadt. Daraufhin begann im Jahre 1246 die Blockade Monemvasias. Die Bevölkerung hatte sich mit Vorräten versorgt und hielt drei Jahre aus, bevor sie sich im Jahre 1249 zur übergabe bereiterklärte.
Die fränkische Herrschaft über Monemvasia dauerte vierzehn Jahre und endete 1263 mit der Rückgabe der Stadt an das byzantinische Reich.
Zweite Byzantinerherrschaft (1263 - 1460)
Mit der übergabe der Stadt an die Byzantiner begann auch die Rückeroberung Griechenlands mit Monemvasia als wichtigste Hafenstadt die sich zahlreiche Sonderrechte für seine Bürger sichern konnte. Das 14. Jahrhundert bedeutete für die Stadt die Zeit seiner höchsten Blüte. Nach dem Sieg der Türken über das byzantinische Reich 1453 blieb Monemvasia noch bis 1460 in griechischem Besitz.
Schutzbündnisse mit dem Abendland (1460 - 1540)
Um der anwachsenden Bedrohung durch die Türken zu begegnen war Monemvasia nun völlig auf sich gestellt.
Zunächst wurde die Stadt katalanischen Söldnern übergeben, deren Anführer sich allerdings als tyrannischer Diktator erwies und somit schnell wieder vertrieben wurde. Ein nächster Versuch bestand darin, sich der Oberhoheit des Papstes in Rom zu unterstellen. Nach 4 Jahren endete auch diese Verbindung im Jahre 1464, da auf militärisch-politischem Gebiet die Macht des Papstes nicht ausreichte, um auf die Dauer dem ständigen Druck des türkischen Reiches standzuhalten.
Schließlich wurde Monemvasia den Venezianern übergeben. Die venezianische Herrschaft von 1464 bis 1540 brachte Monemvasia eine Zeit der Ruhe und des Aufschwungs.
Monemvasia unter den Türken (1540 - 1690)
Am 2. Oktober 1540 zogen die Venezianer ab und Monemvasia wurde an die Türken übergeben.
Bereits 1554 unternahm der Johanniter-Orden aufgrund der immer noch großen strategischen Bedeutung Monemvasias Anstrengungen, die Felsenfestung den Türken wieder zu entreißen.
Die Bevölkerung Monemvasias allerdings machte anscheinend keinen Versuch sich mit den christlichen Angreifern zu verbünden, um sich von ihnen befreien zu laßen.
Rückeroberung Monemvasias durch die Venezianer (1690 - 1715)
In den Jahren 1653, 1654, 1655 und 1687 versuchten die Venezianer wiederholt Monemvasia zurückzuerobern, was ihnen dann im Jahre1690 durch Aushungern der Bevölkerung in Verbindung mit Bombardement der Stadt gelang.
In den folgenden Jahren wurde das durch lange Kriege verwüstete und entvölkerte Land insbesondere mit Albanern neu besiedelt.
Die zweite Türkenherrschaft in Monemvasia (1715 - 1821)
Im Sommer 1715 näherte sich erneut ein türkisches Heer der Stadt Monemvasia. Anstatt einer erneuten Belagerung kam es zu Verhandlungen, nach denen die Stadt für eine ansehnliche Geldsumme von den Venezianern an die Türken übergeben wurde.
Die Bevölkerung nahm ständig ab und Monemvasia sank in die Bedeutungslosigkeit. In Zusammenhang mit türkisch-rußischen Auseinandersetzungen kam es 1770 zu einem Aufstand der griechischen und albanischen Bevölkerung gegen die türkische Regierung, der blutig niedergeschlagen wurde. Viele griechische Familien flohen, so daß im Jahre 1804 in Monemvasia nur noch sechs der 350 Häuser der Stadt von Griechen bewohnt wurden.
Monemvasia nach der Befreiung von 1821
Der "heilige Felsen des byzantinischen Reiches" war die erste Festung, welche die Türken im Befreiungskrieg von 1821 aufgeben mußten. Erneut wurde Monemvasia belagert und die Bevölkerung durch Aushungern zur übergabe der Stadt gezwungen. Einige der 1770 geflohenen Familien kehrten nach Monemvasia zurück.
Während des 19. Jahrhunderts blieb Monemvasia ein unbedeutendes Dorf mit schlechter Infrastruktur.
Im Jahre 1911 verließen die letzten Bewohner die Hochfläche des Felsens, die seitdem nur noch ein Trümmerfeld ist. Eine Statistik aus dem Jahre 1971 zählt noch 32 Einwohner in der alten Stadt Monemvasia.
Diesmal sind es Fremde, die Monemvasia wieder aufbauen, Ausländer oder Griechen aus dem fernen Athen. Sie werden von der Schönheit und der Romantik der ehemals so bedeutenden Stadt angezogen. Aber diese Anziehungskraft ist nicht neu für Monemvasia...